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Peppol in Deutschland: Was eine gültige BIS-3.0-Rechnung zusätzlich verlangt

SealDoc Team · · 4 Min. Lesedauer

Sitzen Verkäufer und Käufer beide in Deutschland, muss eine Peppol-BIS-Billing-3.0-Rechnung mehr erfüllen als EN 16931 und die allgemeinen Peppol-Regeln. Das offizielle OpenPeppol-Regelwerk enthält 31 deutsche nationale Regeln, die DE-R-Regeln. Die meisten sind verpflichtend: Schlägt eine fehl, ist die Rechnung ungültig. Einige sind Warnungen.

Dieser Artikel zeigt, was die deutschen Regeln verlangen, warum „gültig“ immer eine Versionsnummer hat und wie SealDoc jede deutsche Peppol-Rechnung prüft, bevor sie entsteht.

Wann die deutschen Regeln gelten

Jede DE-R-Regel beginnt mit derselben Bedingung: Lieferant und Kunde sitzen beide in Deutschland. Eine Rechnung eines deutschen Verkäufers an einen Käufer in den Niederlanden oder eines französischen Verkäufers an einen deutschen Käufer wird gegen EN 16931 und die Peppol-Regeln geprüft, aber nicht gegen die DE-R-Regeln.

Was die deutschen Regeln verlangen

Gruppiert nach Teil der Rechnung, mit den Regelnummern aus dem offiziellen Regelwerk, Release 3.0.21.

Verkäufer

RegelAnforderung
DE-R-002Die Gruppe Verkäuferkontakt (BG-6) ist vorhanden
DE-R-005Kontaktstelle des Verkäufers (BT-41)
DE-R-006Telefonnummer des Verkäuferkontakts (BT-42)
DE-R-007E-Mail-Adresse des Verkäuferkontakts (BT-43)
DE-R-003, DE-R-004Ort (BT-37) und Postleitzahl (BT-38) des Verkäufers
DE-R-016Bei Steuerkategorie S, Z, E, AE, K, G, L oder M: die USt-IdNr. des Verkäufers (BT-31), die Steuernummer (BT-32) oder ein Steuervertreter (BG-11)
DE-R-027, DE-R-028 (Warnungen)Eine plausible Telefonnummer (mindestens drei Ziffern) und eine wohlgeformte E-Mail-Adresse

Käufer und Lieferung

RegelAnforderung
DE-R-015Käuferreferenz (BT-10)
DE-R-008, DE-R-009Ort (BT-52) und Postleitzahl (BT-53) des Käufers
DE-R-010, DE-R-011Bei einer Lieferanschrift (BG-15): deren Ort (BT-77) und Postleitzahl (BT-78)

Zahlung

RegelAnforderung
DE-R-001Zahlungsanweisungen (BG-16)
DE-R-023-1, DE-R-023-2Überweisung (Code 30 oder 58): die Gruppe Überweisung (BG-17), keine Karten- oder Lastschriftgruppe
DE-R-024-1, DE-R-024-2Zahlungskarte (Code 48, 54 oder 55): die Kartengruppe (BG-18), keine andere Zahlungsgruppe
DE-R-025-1, DE-R-025-2Lastschrift (Code 59): die Gruppe Lastschrift (BG-19), keine andere Zahlungsgruppe
DE-R-030, DE-R-031Lastschrift: die Gläubiger-ID (BT-90) und die Kennung des belasteten Kontos (BT-91)
DE-R-018Skonto in den Zahlungsbedingungen (BT-20) in einem festen Format, zum Beispiel #SKONTO#TAGE=14#PROZENT=2.00#
DE-R-019, DE-R-020 (Warnungen)Eine gültige IBAN bei SEPA-Überweisung (58) und SEPA-Lastschrift (59)

Steuer und Dokument

RegelAnforderung
DE-R-014Der Steuersatz (BT-119) für jede Steuerkategorie
DE-R-017 (Warnung)Ein Rechnungsartcode (BT-3) aus einer kurzen Liste: 326, 380, 381, 384, 389, 875, 876 oder 877
DE-R-026 (Warnung)Eine korrigierte Rechnung (384) verweist auf die vorausgegangene Rechnung (BG-3)
DE-R-022Anhänge (BG-24) haben eindeutige Dateinamen
DE-R-T02 (Warnung)Ein externer Dokumentenort (BT-124) ist eine absolute URL

Die Skonto-Regel überrascht die meisten Teams. Das Format ist streng: Jeder Eintrag beginnt und endet mit #, die Segmente lauten SKONTO, TAGE= und PROZENT= in Großbuchstaben, der Prozentsatz hat einen Punkt und zwei Nachkommastellen, und weiterer Text ist in dieser Zeile nicht erlaubt.

Warum „gültig“ eine Versionsnummer hat

OpenPeppol veröffentlicht seine Regeln in Releases. Eine Datei, die unter einem Release gültig ist, kann unter dem nächsten ungültig sein, weil Regeln hinzukommen oder verschärft werden. Release 3.0.21 ist seit dem 17. August 2026 verpflichtend. Gegenüber 3.0.20 kommt eine deutsche Regel hinzu, DE-R-T02.

Die ehrliche Antwort auf „Ist diese Rechnung gültig?“ enthält deshalb immer zwei Angaben mehr: gegen welche Regeln und in welchem Release.

Wie SealDoc deutsche Peppol-Rechnungen prüft

SealDoc erstellt die Peppol-BIS-3.0-Rechnung (UBL 2.1) aus JSON, über die API mit dem Profil PeppolBis3. Bevor die Rechnung entsteht, prüft SealDoc sie gegen EN 16931, die Peppol-Regeln und die deutschen Regeln. Eine Rechnung, die nicht besteht, wird nicht erstellt.

Damit unsere eigene Prüfung sagt, was die offiziellen Regeln sagen, haben wir das Ergebnis von einem unabhängigen Validator prüfen lassen. Am 2. Oktober 2026 lief phive, die Open-Source-Validierungsengine, mit den offiziellen OpenPeppol-Regeln 3.0.21 in einem isolierten Container, gegen genau die Bytes, die SealDoc liefert:

  • eine Rechnung mit 19 %: gültig, keine Fehler, keine Warnungen;
  • eine Rechnung mit 19 % und 7 % auf einer Rechnung: gültig, keine Fehler, keine Warnungen;
  • eine Gutschrift: gültig, keine Fehler, keine Warnungen.

Und eine Gegenprobe: dieselbe Rechnung ohne die E-Mail-Adresse des Verkäufers. Der Validator lehnt sie mit DE-R-007 ab. So sieht man, dass die deutschen Regeln wirklich greifen.

Versand über Peppol

Der Versand über Peppol direkt aus SealDoc ist fast so weit. Wir schließen gerade die letzten Schritte der Anbindung ab.

Häufige Fragen

Gelten die deutschen Regeln auch grenzüberschreitend?

Sie gelten nur, wenn Verkäufer und Käufer beide in Deutschland sitzen. Eine grenzüberschreitende Rechnung wird gegen EN 16931 und die Peppol-Regeln geprüft.

Erstellt SealDoc auch XRechnung?

Ja. SealDoc erstellt XRechnung 3.0 (CII) als PDF/A-3 mit eingebettetem XML, im Browser mit SealDoc Invoice und über die API. Der Leitfaden zu XRechnung 3.0 erklärt die deutschen Regeln für dieses Format.

Womit fange ich an?

Mit der Einführung in Peppol BIS 3.0 für die Grundlagen und der Entwicklerseite für die API.

Prüfen, ob eine USt-IdNr. bei Peppol registriert ist →
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